

Ein persönlicher Erfahrungsbericht und Leitfaden für Führungskräfte im produzierenden Mittelstand
Es war ein Dienstagnachmittag im November. Mein x-tes Meeting an diesem Tag. Ich saß in einem fensterlosen Konferenzraum und diskutierte über ein Thema, das, wenn ich ehrlich war, keinen echten Impact für meinen Kunden haben würde. Auf meinem Laptop leuchteten viele ungelesene E-Mails. Mein Terminkalender war voll bis in drei Wochen. Ich fühlte mich produktiv. Ich fühlte mich wichtig.
Ich war weder das eine noch das andere.
Ich war beschäftigt. Das ist etwas völlig anderes.
Heute, drei Jahre später, lebe ich mit meinem Rhodesian Ridgeback fulltime im Campervan. Ich arbeite weniger als 25 Stunden pro Woche. Meine Kunden erzielen bessere Ergebnisse als je zuvor. Und ich habe mehr Zeit für die Dinge, die mir wirklich wichtig sind.
Was hat sich verändert? Ich habe aufgehört, Zeit zu "managen" und angefangen, sie radikal neu zu definieren.
Zeitmanagement hörst du an jeder Ecke. Es gibt zahllose Selbsthilfebücher, Apps und Methoden, die uns helfen wollen, in der Zeit, die wir haben, mehr zu erreichen. Mehr Aufgaben in einer bestimmten Zeitspanne unterbringen. Effizienter werden. Produktiver sein.
Das funktioniert. Aber es löst nicht dein eigentliches Problem.
Erwiesenermaßen erhöht gutes Zeitmanagement die Produktivität um 15-25%. Klingt erstmal gut, oder? Aber hier ist der Haken: Die meisten Führungskräfte, die ich berate, haben bereits einen überfüllten Terminkalender. Noch mehr Aufgaben in ihre limitierte Zeit zu stopfen, führt nicht zu mehr Erfolg, sondern zu Überforderung und Überarbeitung.
Ich sehe es bei jedem neuen Kunden:
Sie stufen 60-70% ihrer Aufgaben als "höchste Priorität" ein
Sie arbeiten 55-65 Stunden pro Woche
Sie haben das Gefühl, ständig im Hamsterrad zu laufen
Sie vermissen strategischen Freiraum zum Denken
Das Resultat? Ein sorgfältig durchdachter Tagesplan und vor allem längere Arbeitszeiten.
Am Anfang einer Zeitrevolution steht eine unbequeme Erkenntnis:
Harte Arbeit führt nicht automatisch zu guten Ergebnissen.
Im Gegenteil. Viele der erfolgreichsten Manager und Unternehmer praktizieren, was Koch "produktive Faulheit" nennt.
Warren Buffett wurde nicht zum erfolgreichsten Investor, weil er 16-Stunden-Tage schuftete. Er wurde erfolgreich, weil er mit minimalem Analyseaufwand die richtigen Investitionen tätigte. Dann wartete er. Und dachte nach.
Als Unternehmensberater habe ich dieses Muster bei den erfolgreichsten meiner Kollegen beobachtet:
Die durchschnittlichen Berater arbeiteten auf einem oberflächlichen Niveau mit einer ganzen Reihe von Kundenproblemen. Sie waren beschäftigt. Sie hatten volle Terminkalender. Sie schrieben umfangreiche Präsentationen.
Die Top-Performer verbrachten viel Zeit mit Nachdenken über die Lösung der wichtigsten 20% der Kundenprobleme. Sie eliminierten Verwaltungsaufgaben. Sie sagten "Nein" zu Meetings, die keinen Impact hatten.
Das Ergebnis? Sie erhöhten die Gewinne ihrer Kunden mehr als jede andere Beratung...mit weniger Arbeitsstunden.
Lass uns über etwas sprechen, das noch unbequemer ist als verschwendete Arbeitszeit: verschwendete Lebenszeit.
Wenn 80% deines Glücks in nur 20% deiner verfügbaren Zeit entstehen, bedeutet das im Umkehrschluss:
Du verbringst 80% deiner Zeit mit Dingen, die dich unglücklich machen.
Kein Mensch hat das wirklich auf dem Schirm. Aber es ist die Realität für die meisten Führungskräfte, die ich treffe:
Ein Job, der sie nicht erfüllt
Meetings, die sie als Zeitverschwendung empfinden
Aufgaben, die sie als notwendiges Übel sehen
Das Gefühl, auf den Feierabend oder das Wochenende zu warten
Ein Großteil der Menschen verbringt viel Zeit mit Dingen, die sie unglücklich machen. Sie sitzen in stickigen Büros, arbeiten passiv ihre Pflichtaufgaben ab und freuen sich auf irgendwann später.
Das ist keine Art zu leben. Und schon gar nicht für eine Führungskraft.
Hier ist, was ich mit jedem neuen Kunden mache und was du heute starten kannst:
Schritt 1: Tracke deine Zeit radikal ehrlich
Für eine Woche (besser: zwei Wochen) trackst du ALLES:
Was hast du getan?
Wie lange hat es gedauert?
Wie hat es dich emotional beeinflusst? (Glücklich/Unglücklich/Neutral)
Ich habe dafür ein simples Tracking-Tool entwickelt, das du kostenlos nutzen kannst. Es ist eine Google Sheets-Tabelle mit automatischer Auswertung nach dem 80/20-Prinzip. Mail an mich und ich schicke es Ihnen zu.
Schritt 2: Identifiziere deine produktiven 20%
Nach zwei Wochen wirst du Muster erkennen:
Welche 20% deiner Tätigkeiten liefern 80% deiner Ergebnisse?
Welche 20% deiner Zeit machen dich zu 80% glücklich?
Welche Aufgaben verbrauchen deine Energie ohne echten Return?
Bei mir war das Ergebnis schockierend: Meine strategischen Kundengespräche und Deep-Work-Phasen (ca. 20% meiner Zeit) lieferten praktisch alle relevanten Ergebnisse. Die restlichen 80%? E-Mails, interne Meetings, Verwaltung, Reporting... Alles nice to have, aber nicht geschäftskritisch.
Schritt 3: Eliminiere radikal
Jetzt kommt der schwierige Teil. Nicht optimieren. Nicht delegieren (zumindest nicht zuerst).
Bei mir führte das dazu, dass ich:
50% meiner Meetings eliminierte
E-Mail nur noch 2x täglich checkte (statt ständig)
Nein sagte zu allem, was nicht in meine 20% fiel
Mein Leben radikal umstrukturierte
Schritt 4: Verdopple deine produktiven 20%
Jetzt hast du Zeit. Nutze sie, um die Aktivitäten zu vermehren, die wirklich zählen.
Mehr strategisches Denken. Mehr tiefe Kundengespräche. Mehr Zeit mit deiner Familie. Mehr Bewegung. Mehr von dem, was dich glücklich macht und gleichzeitig Ergebnisse liefert.
Die Entscheidung, ins Vanlife zu gehen, war keine Flucht. Es war die logische Konsequenz meiner Zeitanalyse.
Ich stellte fest:
80% meines Glücks kamen aus: Zeit in der Natur, Freiheit in meinem Tagesablauf, tiefe Arbeit an strategischen Kundenproblemen, Zeit mit meinem Hund, Freiheit und Selbstbestimmung.
80% meiner beruflichen Ergebnisse kamen aus: 3-4 strategischen Kundenprojekten pro Quartal, in denen ich wirklich tief eintauchte und Impulse geben konnte, wenn sie benötigt wurden und nicht weil gerade ein Workshop angesetzt war.
Was brauchte ich dafür? Kein Büro. Keinen festen Wohnsitz. Keine 60-Stunden-Woche.
Ich brauchte: Klarheit. Fokus. Und den Mut, Schuldgefühle abzuschütteln.
Denn ja, es fühlt sich anfangs falsch an, wenn du Arbeit mit Freiheit ersetzt. Wenn du "nur" ca. 25 Stunden die Woche arbeitest. Wenn du Meetings absagst, die "eigentlich wichtig" sind.
Aber hier ist die Wahrheit: Die Schuldgefühle sind programmiert. Von einem System, das dich in Fremdbestimmung halten will.
Von dir wird als Führungskraft erwartet, dass du mindestens 40-50 Stunden die Woche arbeitest. Egal, wie du diese füllst. Egal, ob du produktiv bist oder nur beschäftigt wirkst.
Ich habe mich entschieden, dieses Spiel nicht mehr mitzuspielen.
Du musst nicht in einen Van ziehen. Das ist meine persönliche Lösung.
Aber wenn du eine Führungskraft im produzierenden Mittelstand bist, dann kennst du diese Herausforderungen:
Zu viele operative Baustellen gleichzeitig
Keine Zeit für strategisches Denken
Das Gefühl, Brände zu löschen statt das Unternehmen zu gestalten
Wenig Zeit für Familie und persönliche Erfüllung
Die Lösung ist nicht, effizienter zu werden. Die Lösung ist, radikal zu priorisieren.
In meiner Arbeit mit Führungskräften geht es genau darum:
Die wichtigen 20% identifizieren: Was bewegt dein Unternehmen wirklich vorwärts?
Die unwichtigen 80% eliminieren: Was kannst du aufhören zu tun, ohne dass es jemand merkt?
Systeme bauen: Wie machst du die Zeitrevolution nachhaltig und skalierbar?
Ich arbeite auf zwei Arten mit Führungskräften:
1. THE SUMMIT: Die Mastermind (6-8 Personen)
Eine Gruppe von Führungskräften, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen. Wir treffen uns regelmäßig, um an den strategischen 20% zu arbeiten, die eure Unternehmen transformieren.
Der Vorteil: Du lernst nicht nur von mir, sondern auch von den Erfahrungen und Perspektiven der anderen Teilnehmer. Peer-to-Peer-Learning auf höchstem Niveau.
2. THE HORIZON: Executive Advisory 1:1 Programm
Wenn du intensive, individuelle Begleitung brauchst, arbeiten wir 1:1 zusammen. Hier geht es tiefer. Wir analysieren deine spezifische Situation, identifizieren deine produktiven 20% und bauen einen maßgeschneiderten Plan für deine Zeit- und Ergebnisrevolution.
Unbequeme Wahrheiten über ihre Zeitnutzung zu akzeptieren
Radikale Veränderungen umzusetzen
Weniger zu arbeiten, aber mehr zu bewirken
In beiden Formaten geht es um das gleiche Ziel: Mehr Fokus. Mehr Wirkung. Weniger Arbeitszeit.
Der Unterschied der Formate ist die Zeit, die es braucht, bis Du Dein Ziel erreicht hast.
Wenn du bereit bist, deine Zeitrevolution zu starten:
Schritt 1: Buche ein kostenloses 30-minütiges Strategiegespräch mit mir. Wir schauen uns deine Situation an und evaluieren, ob die Mastermind oder das 1:1-Programm für dich passt.
Schritt 2: Triff eine Entscheidung. Willst du weiter 60-70% deiner Aufgaben als "höchste Priorität" behandeln? Oder bist du bereit, radikal zu priorisieren?
Die Zeitrevolution wartet nicht. Aber sie braucht deine bewusste Entscheidung.
P.S.: Die meisten Führungskräfte werden diesen Artikel lesen, nicken, und dann weitermachen wie bisher. Sie werden weiterhin 80% ihrer Zeit verschwenden. Weiterhin das Gefühl haben, im Hamsterrad zu laufen.
Sei nicht wie die meisten. Starte deine Zeitanalyse. Heute.
Die Freiheit, die daraus entsteht, wird dein Leben und dein Unternehmen transformieren.

Markus Mersinger
Ich bin Unternehmensberater und lebe fulltime mit meinem Rhodesian Ridgeback im Campervan. Mein Motto: Mehr Fokus, mehr Wirkung, weniger Arbeitszeit. Ich arbeite mit Führungskräften aus dem produzierenden Mittelstand in der DACH-Region, die bereit sind, ihre Zeitrevolution zu starten.



MARKUS MERSINGER & Partners I m.mersinger@markusmersinger.com I www.markusmersinger.com

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